Telecom – Projekt 3

Migration der Standortüberwachung LDCOM / SFR

Michel Steiner Projektleiter, Westschweiz, Bussigny

Für ein Glasfasernetz über grosse Entfernungen, das sogenannte Backbone, werden im Abstand von 70-80 Kilometern Zwischenstationen benötigt, um das Signal zu verstärken. Damit die Signalübertragung möglichst verlustfrei und störsicher erfolgen kann, kommt diesen Stationen zur Signalregenerierung eine entscheidende Bedeutung zu. Deren Systeme sind redundant ausgelegt und werden von einer Alarmzentrale überwacht.

Die Infrastruktur einer solchen Station besteht aus Niederspannungsverteilern, Klimaanlagen, einer 48-V-Baugruppe, einem Generator, einem Brandmelde- und Feuerlöschsystem sowie einer Zugangssteuerung. Alle Komponenten sind redundant aufgebaut, um gegen mögliche Ausfälle abgesichert zu sein. Jede einzelne Ausrüstungskomponente ist an eine interne Alarmzentrale angeschlossen, die wiederum mit einem ADSL-Router verbunden ist, der Fehler sofort an das Supervisionszentrum weiterleitet. Für die 28 verschiedenen Rufnummern der fünf SFR-Standorte in der Schweiz wurden wir von der Swisscom zeitlich gestaffelt angefragt. Unsere Leistung umfasste die Modernisierung der Infrastruktur an den jeweiligen Standorten, die von analog auf digital umgestellt werden sollte. Diese Standorte sind dem erheblichen Risiko ausgesetzt, dass die Alarmkommunikation mit dem Supervisionszentrum abbricht. Bereits im Vorfeld zu bestimmen, welche Auswirkungen eine solche Veränderung mit sich bringt, ist allerdings schwierig. Man entschied sich daher, zunächst die erste Ausbaustufe der Swisscom-Infrastruktur abzuwarten. Dieser Übergang, der in der Schweiz schrittweise und nach Regionen durchgeführt wurde, ermöglichte es uns, eine sequenzielle Bewertung der genannten Auswirkungen vorzunehmen. So konnten wir an einem ersten Standort schnell erproben, ob es machbar ist, neue digitale Leitungen an der bereits vorhandenen Alarmzentrale zu nutzen. Trotz mehrerer Verbindungsversuche bewirkte diese Änderung im Netzwerk jedoch leider, dass die von British Telecom betriebenen ADSL-Router nicht mehr richtig funktionierten. Unsere Wahl fiel daher auf eine Lösung, die die SFR bereits an einigen Standorten in Frankreich getestet hatte: den GSM-Router. Zusätzlich zum Abbau der Router von British Telecom haben wir ausserdem die 4G-Bandbreite an verschiedenen Stellen getestet – sowohl direkt an den jeweiligen Standorten als auch in der Nähe der Standorte –, um festzustellen, wie leistungsstark die zu installierenden 4G-Antennen sein müssen. Da die Messungen allesamt erfolgreich waren, konnte an den verschiedenen Standorten mit der Installation der Router begonnen werden. Nachdem die neuen IP-Adressen in die Alarmzentrale eingespeist waren, verlief die Migration des Netzwerks problemlos. Wir haben uns hierzu mit dem technischen Dienst der Firma Tybco abgestimmt, der die Verfügbarkeit der 4G-Router auf dem Server des SFR-Supervisionszentrums bestätigt hat.

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