Energie – Projekt 3

Swisscom Broadcast Sendeturm auf dem Albis

Josef Hofer Projektleiter, Hochspannungsleitungen, Luterbach

Die Arnold AG errichtete auf dem Albis im Auftrag der Swisscom Broadcast AG einen 74 Meter hohen Sendeturm. Dieser ersetzt den seit 1963 bestehenden, in die Jahre gekommenen und überdimensionierten Richtfunkturm. Das Projekt war mit vielen Herausforderungen verbunden, die jedoch durch eine gute Planung sowie das eingespielte Team bestens gemeistert werden konnten. Insbesondere musste die ganze Um- und Neubauphase unter laufendem Betrieb erfolgen und dieser entsprechend sichergestellt sein.

Die Swisscom Broadcast AG beauftragte die Arnold AG mit dem Bau des neuen Richtfunkturms auf der Felsenegg bei Zürich. Dieser ersetzt den alten Sendeturm, der seit 1963 und bis im Herbst 2021 in Betrieb stand und im Jahr 2022 rückgebaut wird. Da dieser Turm das Fernsehen und Radio durch das Weiterleiten von Richtfunk-Signalen in die Schweizer Stuben brachte, war der Felsenegg stets ein sehr wichtiger Standort. Alle Radio- und Fernsehsignale liefen vom Radio- und Fernsehstudio in Zürich über den Albis und wurden von hier in die ganze Schweiz verteilt. Der alte sowie der neue Turm dienen zur Übertragung von Rundfunk- und Flugfunksignalen, Signalen für UKW, DAB+ und für das Low Power Network. Der neue Richtfunkturm ist mit seinen 74 Metern Höhe etwas kleiner als der alte und beinhaltet drei Plattformen von je acht Metern Durchmesser und mit einer zwölf Meter langen Lanze. Über 6'700 Schraubverbindungen waren nötig, um alle Teile zusammenzuschrauben. Das Projekt begann mit der Stahlbauplanung Anfang Februar 2021, wobei bereits im März die Mastfussverankerung – das Herzstück der Verbindung vom Fundament zum Stahlgitterturm – installiert werden musste. Eine erste Herausforderung bestand darin, die vier quadratischen, 1.8 Meter hohen und 250 Kilogramm schweren Mastverankerungen auf Betonfundamente zu installieren, und zwar in einer Distanz von neun mal neun Metern und mit einer maximalen Toleranz von +/- vier Millimetern ohne Torsion. Die Verankerungen wurden anschliessend in Beton eingegossen, was ein Nachjustieren unmöglich machte.

Mastfussverankerung vor dem Eingiessen mit Beton

Ab Mitte August wurden die Stahlbauteile und Schraubverbindungen – die aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse in mehreren Tranchen jeweils «just in time» geliefert wurden – fortlaufend verbaut. Der Transport erfolgte über eine beschränkte Zufahrt mit sehr engen Kurven, wovon der letzte Kilometer unbefestigter Weg ist. Die ersten 25 Höhenmeter des Turms wurden direkt mit einem Ladekran aufgestellt, wohingegen die weiteren Elemente und Plattformen Zug um Zug auf der Montagefläche vormontiert wurden. Am 6. September 2021 ging es schliesslich an die Schlussmontage, wofür ein 220-Tonnen-Pneu-Kran bereitstand. Ein eingespieltes Montageteam, dirigiert vom Chef-Monteur Christoph Reichen, setzte Element für Element aufeinander. Hierbei war es eine grosse Herausforderung, die drei rund acht Tonnen schweren Plattformen von je acht Metern Durchmesser zu montieren. Es bedurfte grossem Fingerspitzengefühl seitens des Kranführers sowie des Montageteams. Vier Tage später, am 10. September, wurde die Spitze erreicht, was ein Highlight des Projekts darstellte. Während der gesamten Montagezeit musste der Richtfunkbetrieb des bestehenden Betonturmes gewährleistet sein – der Richtfunkstrahl durfte nicht unterbrochen werden.

Schraubverbindungen werden montiert
Die 8 Tonnen schwere Plattform 1 mit 8 Metern Durchmesser wird auf 45 Metern Höhe montiert

Innerhalb von einer geplanten Montagezeit von fünf Wochen erfolgte die Verbauung von rund 65 Tonnen Stahlkonstruktionen. Die Stahlbauteile wurden hierbei mit rund 6'700 HV-Schraubverbindungen verbunden, teilweise mit einem Anzugsmoment von bis zu 1’250 Newtonmetern. Der Stahlgitterturm steht auf vier bauseits erstellten Fundamenten, welche zusätzlich mit jeweils zwei zirka 30 Meter langen Zugankern in den Felsen verankert wurden. Am 17. September 2021 konnten die Stahlbauarbeiten erfolgreich abgeschlossen werden. Der Bau des Rundfunkturms verlief durch eine gute Qualität der Planung, Stahlproduktion und Vormontage einerseits und die gute Ausführung durch das engagierte Montageteam andererseits sehr zufriedenstellend. Auch die gute Zusammenarbeit mit der Kundin sei an dieser Stelle erwähnt: Das Management der Swisscom Broadcast AG und der Arnold AG haben sich vor Ort zu einer gemeinsamen Baustellenbesichtigung und einem gemeinsamen Austausch getroffen. Sie waren vom Stand der Arbeiten und von deren Qualität sehr beeindruckt. Die Arnold AG blickt also auf ein erfolgreiches Projekt auf der Felsenegg am Albis zurück.

Neuer Sendeturm fertig montiert

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